Warum Öl- und Gas-Aktien jetzt den „Perfect Storm“ erleben!
Dass Unternehmen wie Exxon Mobil, EQT oder Schlumberger aktuell so stark performen, ist kein Zufall. Wir befinden uns Anfang März 2026 in einer Phase, in der mehrere massive Faktoren gleichzeitig den Energiesektor antreiben. Man spricht hier oft von einem „Perfect Storm“ für Energie-Aktien.
Der wichtigste Preistreiber ist derzeit die Eskalation im Nahen Osten. Nach Militärschlägen Ende Februar/Anfang März wurde die Straße von Hormus faktisch für den Schiffsverkehr blockiert. Durch dieses Nadelöhr fließen täglich etwa 20 % des weltweiten Öls und große Mengen Flüssiggas (LNG). Der Ölpreis (Brent) ist allein in den letzten Tagen auf über 92 USD gesprungen, während die Gaspreise in Europa aufgrund von Lieferstopps aus Katar regelrecht explodiert sind. Höhere Rohstoffpreise bedeuten für Förderer wie Exxon oder EQT unmittelbar höhere Margen und sprudelnde Cashflows.
US-Unternehmen wie EQT (größter Erdgasproduzent der USA) und Williams (Infrastruktur/Pipelines) profitieren massiv davon, dass die USA als „Energielieferant der letzten Instanz“ für Europa einspringen. Der Export von LNG ist derzeit hochprofitabel.
Exxon Mobil (XOM)
Der Hauptgrund für den Sprung von 120 auf fast 160 US-Dollar ist die geopolitische Krise. Da eine Sperrung der Straße von Hormus bis Ende März mit hoher Wahrscheinlichkeit eingepreist wird, wetten Anleger auf dauerhaft hohe Ölpreise über 90-100 US-Dollar. Der Chart zeigt eine beeindruckende Rallye, die sich seit Anfang Januar massiv beschleunigt hat. Nach einem neuen Allzeithoch bei 159,61 US-Dollar am 2. März sehen wir aktuell eine gesunde Konsolidierung. Exxon ist heute keine reine Öl-Wette mehr, sondern eine hocheffiziente „Cash-Maschine“ mit massiven Rückzahlungen an die Aktionäre.
EQT (EQT)

EQT ist der größte reine Erdgasproduzent in den USA. Der massive Ausbau von KI-Rechenzentren treibt den Strombedarf in den USA in ungeahnte Höhen. Da Wind und Sonne die Grundlast oft nicht decken können, wird Erdgas als Brückentechnologie unverzichtbar. Die Aktie profitiert direkt vom KI-Hype und der Energiewende-Infrastruktur. Die Aktie befindet sich in einem extrem kraftvollen und steilen Aufwärtstrend. Der Abstand zur 20-Tagelinie ist beachtlich. Das zeigt ein hohes kurzfristiges Momentum, birgt aber auch das Risiko einer kurzfristigen Überhitzung.
Williams (WM)

Während Exxon fördert und EQT das Gas liefert, sorgt Williams dafür, dass es ans Ziel kommt – das Unternehmen betreibt die Infrastruktur, durch die etwa ein Drittel des gesamten US-Erdgases fließt. Da Williams‘ 33.000 Meilen langes Pipelinenetz fast ausschließlich innerhalb der USA liegt, gilt das Unternehmen als natürlicher Schutz gegen potenzielle Importzölle oder Handelskonflikte. Die Aktie befindet sich in einem steilen Aufwärtskanal. Die 20-Tagelinie dient als unmittelbare Stütze bei dem aktuellen Pullback. Sollte diese brechen, liegt die nächste starke Auffangzone im Bereich des EMA 50.
Schlumberger (SLB)

Abschließend werfen wir einen Blick auf Schlumberger (SLB), den weltweit führenden Technologiedienstleister für die Öl- und Gasindustrie. Während Firmen wie Exxon das Öl fördern, liefert SLB das „Gehirn“ und das Werkzeug dafür. SLB ist der Architekt, der Statiker, der Vermessungstechniker und derjenige, der die modernsten Smart-Home-Systeme installiert. Ohne SLB findet heute kaum noch eine effiziente Bohrung statt. Charttechnisch zeigt SLB aktuell ein deutlich schwaches Bild. Der EMA 50 bietet aktuell keinen Halt mehr, was charttechnisch ein kurzfristiges Verkaufssignal darstellt. Der nächste größere Halt liegt erst wieder im Bereich von 42 US-Dollar.
Tagescharts vom 06.03.2026, Quelle: TWS
Autor: Wolfgang Zussner
Veröffentlichungsdatum: 07.03.2026
Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte
Personen, die Anlageempfehlungen erstellen und weitergeben, sind nach der Verordnung (EU) 596/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über Marktmissbrauch (Marktmissbrauchsverordnung) verpflichtet, alle Beziehungen und Umstände offenzulegen, bei denen damit gerechnet werden kann, dass sie die Objektivität der Empfehlung beeinträchtigen. Dies umfasst insbesondere Interessen oder Interessenkonflikte aller Personen, die die Information erstellt haben bzw. an der Erstellung beteiligt waren.
Für den Finanzinformationsdienst, der vom sog „Journalistenprivileg“ nach Art. 20 Abs. 3 UAbs. 4 Gebrauch macht, gelten zusätzlich die Vorgaben des Pressekodex des Deutschen Presserats und die Journalistischen Verhaltensgrundsätzen und Empfehlungen des Deutschen Presserats zur Wirtschafts- und Finanzmarktberichterstattung. Auch danach sind Interessenskonflikte bei der Erstellung oder Weitergabe von Anlageempfehlungen oder Anlagestrategieempfehlungen in geeigneter Weise offenzulegen.
In diesem Zusammenhang weisen wir auf folgendes hin:
Es liegt ein Interessenskonflikt vor, weil der Ersteller dieser Anlageempfehlung Positionen in XOM hält. Dadurch unterliegen wir bei dieser Empfehlung einem Interessenkonflikt zwischen unserem Anspruch, einer unvoreingenommenen Empfehlung zu veröffentlichen, und der Möglichkeit von einer durch die Publikation resultierenden Kursentwicklung zu profitieren.
Bitte nehmen Sie den Disclaimer, die Interessenskonflikte und die Risikohinweise zur Kenntnis, die Sie unter https://ratgebergeld.at/disclaimer/ abrufen können.
Analyse erstellt im Auftrag von















